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Forscher wollen Flugzeuge leiser machen

Kloten ZH – Flugzeuge können im Landeanflug weniger Energie verbrauchen und leiser sein, wenn der Anflug optimiert wird. Forscher aus ...

Kloten ZH – Flugzeuge können im Landeanflug weniger Energie verbrauchen und leiser sein, wenn der Anflug optimiert wird. Forscher aus der Schweiz und Deutschland testen nun am Flughafen Zürich ein System, mit dem Piloten bei lärmarmen Anflug unterstützt werden.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat das Pilotassistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) entwickelt, das Piloten beim möglichst lärmarmen Anflug hilft. Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsvorhabens mit der Swiss SkyLab Foundation und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) wird dieses System auf seine Praxistauglichkeit überprüft. Seit Montag wird das System bei Anflügen mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA auf den Flughafen Zürich getestet, heisst es in einer DLR-Mitteilung.

Die Forscher führen gemeinsam mit 25 Piloten mehrerer Fluggesellschaften, darunter von Swiss und Edelweiss, insgesamt 70 Nordanflüge auf die Piste 14 durch. Forscher der Empa zeichnen die Überflüge an sieben Lärmmessstationen entlang der Einflugschneise auf. Diese Daten werden in das Lärmsimulationsprogramm sonAIR eingespiesen, das von der Empa entwickelt worden ist. Damit soll die Wirkung der Lärmoptimierung durch den Piloten dokumentiert werden. „Das gemeinsame Projekt mit dem DLR und SkyLab gibt uns die Möglichkeit, die Lärmbelastungen aus unserer Simulation mit den realen Daten der sieben Messstationen zu vergleichen und die Qualität unserer Berechnung zu überprüfen“, wird Jean-Marc Wunderli, Abteilungsleiter Akustik/Lärmminderung an der Empa, in der Mitteilung zitiert.

Landeanflüge verursachen umso weniger Lärm, je weniger Energie sie verbrauchen. „Optimal wäre ein Sinkflug im Leerlauf, wie bei einem Segelflugzeug“, wird Martin Gerber, DLR-Projektleiter und Initiator der Weiterentwicklung von LNAS, zitiert. Dazu müssten die Landeklappen optimal gesetzt und das Fahrwerk möglichst spät ausgefahren werden. „Mithilfe des Assistenzsystems wollen wir die Anzahl der energetisch suboptimalen Anflüge reduzieren und Piloten die dafür nötigen Informationen auf intuitiv fassbare Weise vermitteln.“

Die Testflüge werden bis Freitag fortgesetzt. Die Ergebnisse der Testflüge werden für das Frühjahr erwartet. Das Projekt wird vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und vom Kanton Zürich unterstützt. Sein Budget beträgt laut dem SkyLab 1,4 Millionen Franken. stk

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